EPR-Gebühren: Neue Tarife zum Jahreswechsel — was Hersteller jetzt wissen müssen
Zum Jahreswechsel haben mehrere Compliance Schemes ihre EPR-Tarife für Elektrogeräte, Batterien und Verpackungen angepasst. Gleichzeitig tritt die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in Kraft und treibt Harmonisierung, Rezyklierbarkeitsbewertungen und die stärkere Anwendung der sog. „Eco-Modulation“ voran.
Was sich konkret geändert hat – einige Beispiele:
-
Österreich: Neue Batteriearten wurden eingeführt; bei gewerblichen Elektrogeräten gibt es zusätzliche Unterkategorien.
-
Frankreich: Für 2026 wurden neue Gebühren für mehrere EPR-Sektoren veröffentlicht (u. a. EEE, Möbel, Verpackungen und Batterien). Diese sind teilweise feiner nach Gewicht und Kategorie differenziert, Zuschläge und Abschläge für neue Ökodesignkriterien wurden ergänzt.
-
Italien: CONAI hat die Gebühr für Verpackungen aus kompostierbaren Biokunststoffen ab 1. Juli 2026 wieder von zuletzt €130/t auf €246/t erhöht. Bestimmte Kunststoffverpackungen werden in andere Kategorien verschoben; das beeinflusst auch vereinfachte Verfahren für die Einfuhr gefüllter Verpackungen.
-
Spanien: Für einzelne Gerätegruppen (bspw. PV-Paneele oder USV) wurden Nachlässe bis 67% eingeräumt; andere Gruppen verzeichnen eine Erhöhung bis 20%.
-
Schweden: Recipo führt neben der Jahresgebühr für Elektrogeräte nun auch eine Jahresgebühr für Batterien ein.
-
Dänemark: Für bestimmte Batteriearten werden als Eco-Modulation Aufschläge auf die Environmental Fee von bis zu 30% erhoben.
Eco-Modulation
Eco-Modulation koppelt die EPR-Gebühr an Produkteigenschaften:
-
Produkte mit hoher Rezyklierbarkeit, Reparierbarkeit oder hohem Rezyklatanteil erhalten Gebührenabschläge.
-
Schwer recycelbare oder schadstoffhaltige Produkte werden mit Zuschlägen belastet.
In einigen Ländern wird die Eco-Modulation schon seit vielen Jahren angewendet, bspw. in Frankreich oder Italien. EU Regelungen wie zuletzt EU-PPWR sorgen für eine breitere und standardisierte Anwendung um nachhaltiges Produktdesign mit finanziellen Anreizen zu fördern.
Bedeutung für Hersteller
-
Kurzfristig: Mehr Tarifvolatilität durch differenzierte Gebühren statt Einheitssätze.
-
Mittelfristig: Direkter Einfluss auf Herstellkosten, Produktpreise und Designentscheidungen — wer früh in Rezyklierbarkeit, Rezyklatnutzung oder Reparierbarkeit investiert, kann Gebühren sparen.
-
Operativ: Erhöhter Dokumentations- und Nachweisaufwand entlang der technischen Kriterien (z. B. Rezyklatanteil, Sortierbarkeit, Schadstofffreiheit, Reparaturfähigkeit).
Fazit: Hersteller sollten die entsprechenden Gebührenentwicklungen im Auge behalten. Ggf müssen Meldedaten, Kalkulationen und Produktstrategien angepasst werden, um über nachhaltiges Produktdesign einen finanziellen Wettbewerbsvorteil zu sichern und unerwartete Mehrkosten zu vermeiden.
Haben Sie Fragen dazu? Nutzen Sie unser Kontaktformular.